Kreis und Kommunen planen Notfall-Infopunkte

Vorsorge Energiemangellage

 Der Kreis Gütersloh und seine Gemeinden und Städte befassen sich seit April mit dem Thema Gasmangel-Notlage und einem möglichen Stromausfall. Inzwischen wurde eine Taskforce gebildet, die die Lage ständig beobachtet. Was es für die Menschen bedeutet, wenn der Strom ausfällt, hat die Schneekatastrophe 2005 im Westmünsterland gezeigt. Viele Dinge des alltäglichen Lebens funktionieren dann nicht mehr, es handelt sich um eine Ausnahmesituation.
Momentan geht das Bundes-Wirtschaftsministerium nicht von einem sogenannten Blackout aus, dennoch besteht das Risiko von stundenweisen Abschaltungen, bei denen die Übertragungsnetzbetreiber einzelne Großverbraucher oder Regionen zeitweilig vom Netz nehmen müssen, um das Stromnetz zu entlasten. Das Wirtschaftsministerium teilte bei der Vorstellung des Stresstests im September mit, dass im Winter eine stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem zwar sehr unwahrscheinlich ist, aber aktuell nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
 
„Es ist sinnvoll, wenn sich der Kreis und seine Kommunen bestmöglich auf die verschiedensten Szenarien vorbereiten, denn gute Vorbereitung trägt zur erfolgreichen Bewältigung entscheidend bei“, erklärt Landrat Sven-Georg Adenauer. „Gemeinsam mit den Verwaltungen, der Polizei und der Feuerwehr haben wir eine Vielzahl an Maßnahmen erörtert und sind zuversichtlich. Wir werden handeln und die Bevölkerung in der Situation nicht allein lassen. Die Bürgerinnen und Bürger werden lageangepasst informiert.“
 
Der Kreis Gütersloh und die Städte und Gemeinden machen ihre Verwaltungen einsatzfähig für einen möglichen Ernstfall. Ein elementarer Bestandteil der Maßnahmen ist die Sicherstellung der Kommunikationsfähigkeit. „Diese Vorbereitungen funktionieren nur gemeinsam und sind auch für die Kräfte im Katastrophenschutz eine Herausforderung“, so Dr. Angela Lißner, Dezernentin Ordnung, Gesundheit und Bevölkerungsschutz.
 
Für die Bevölkerung ist wichtig, dass sie auch bei Stromausfall Notfälle melden kann, wenn Telefone nicht mehr funktionieren. Dafür wird es mehrere Möglichkeiten geben. Polizeistationen und Feuerwehrhäuser nehmen in jedem Fall einen Notruf an. Dorthin kann man sich mit einem Notfall also wenden, wenn man ansonsten die 110 oder 112 gewählt hätte. Zudem werden Streifenfahrten verstärkt, man kann sich jederzeit an die Polizistinnen und Polizisten auf der Straße wenden. Die Polizeiwachen in Gütersloh, Halle, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock und Versmold werden rund um die Uhr besetzt sein.
 
Kommunen richten Notfall-Infopunkte (NIP) ein
Für den Fall eines länger anhaltenden Stromausfalls richten die Städte und Gemeinden Notfall-Infopunkte ein. Diese sind als zusätzliche Anlaufstellen im Krisenfall gedacht. Ein Notfall-Infopunkt kann – je nach Kommune – ein Feuerwehrhaus, eine Schule oder das Rathaus selbst sein. Diese Notfall-Infopunkte sind mit einer Notstromversorgung ausgestattet. Man erhält dort Informationen und man kann ebenfalls im Notfall um Hilfe bitten. Die örtlichen Konzepte werden gerade von allen Kommunen in Kooperation mit dem Dezernat Ordnung, Gesundheit und Bevölkerungsschutz des Kreises Gütersloh geplant. Wo sich Bürgerinnen und Bürger melden können, werden die Kommunen jeweils bekanntgeben, wenn die Planungen abgeschlossen sind. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll auch unter schwierigen Bedingungen noch eine Möglichkeit haben, im Notfall Hilfe und Informationen zu erhalten. „Die kommunale Familie bereitet sich vor. Das ist wie mit dem Feuerlöscher. Man kauft ihn aber man hofft, dass man ihn nicht benutzt“, so der Sprecher der Bürgermeister, Hubert Erichlandwehr aus Schloß Holte-Stukenbrock.
 
Darüber hinaus ist der Kreis Gütersloh seit Wochen mit Vertretern der sensiblen und kritischen Infrastruktur im Austausch, um auf mögliche Szenarien frühzeitig vorbereitet zu sein. Dazu zählen etwa alle Strom- und Gasversorger, die Wasserwerke, die Krankenhäuser, Polizei, Justizvollzugsanstalten, die Landwirtschaft, die Lebensmittelversorger, die Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, die Apotheken sowie Pflege- und Seniorenheime. Um ihren Betrieb zu garantieren, sind die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur verpflichtet, selbst Vorbereitungen zu treffen.
 
Jede Bürgerin und jeder Bürger kann selbst dazu beitragen, dass eine Energiemangellage nicht eintritt. Landrat Sven-Georg Adenauer: „Das Energiesparen ist die beste Quelle. Ich erinnere an das Ziel, mit 80 Prozent auszukommen. Da können alle mithelfen.“
 
Der Kreis Gütersloh und die Städte und Gemeinden appellieren auch an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. In einer Ausnahmesituation kommt es auf jeden Einzelnen an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat für solche Fälle Informationen zusammengestellt, damit Bürgerinnen und Bürger sich bestmöglich vorbereiten können. Diese finden sich auf der Internetseite des BBK: https://www.bbk.bund.de/ Auch der Kreis Gütersloh stellt diese Informationen auf seiner Website bereit: www.kreis-guetersloh.de/energiemangellage