Mobile Teams testen auf das Coronavirus

In Schutzkleidung unterwegs im Kreisgebiet

06.11.2020
Melanie Lenz und Jannick Baumann befüllen vor Einsatzbeginn die Fahrzeuge mit Schutzausrüstung und Testmaterial. Foto: Kreis Gütersloh
Melanie Lenz und Jannick Baumann befüllen vor Einsatzbeginn die Fahrzeuge mit Schutzausrüstung und Testmaterial. Foto: Kreis Gütersloh

Jeden Morgen, um kurz nach sieben brennen im Rettungsdienstzentrum in Schloß Holte-Stukenbrock die Lichter im großen Besprechungsraum. Einsatzpläne liegen verteilt auf den Tischen, draußen werden die Fahrzeuge mit Schutzkleidung und Teströhrchen befüllt.

Spätestens um acht Uhr machen sich die mobilen Teams des Kreises Gütersloh auf den Weg zu ihren Einsätzen. Sie testen dort auf das Coronavirus, wo sie gebraucht werden – von privaten Haushalten bis hin zu Kitas und Schulen im Kreis Gütersloh.

Der Rettungsdienst des Kreises stellt das Personal für die derzeit vier mobilen Teams, jedes besteht aus zwei Rettungssanitätern. Ein Team bilden aktuell Melanie Lenz und Jannick Baumann. Einer nimmt im Einsatz den Abstrich, der andere dokumentiert den Ablauf. Beide arbeiteten vor der Coronapandemie bereits als Rettungssanitäter im Rettungsdienst. Zu Beginn der Krise unterstützten sie die Abteilung Gesundheit: Lenz war im Kontaktmanagement tätig und Baumann nahm Anrufe in der Corona-Hotline entgegen. „Für unsere jetzige Aufgabe ist es hilfreich, dass wir zuvor einen Einblick in die Arbeit der Abteilung Gesundheit bekommen haben. So wissen wir über die Abläufe besser Bescheid“, erklärt Lenz. Der Rettungsdienst des Kreises gehört zur Abteilung Bevölkerungsschutz.

Von der Abteilung Gesundheit erhalten die Teams jeden Abend einen Einsatzplan für den nächsten Tag. Dabei testen sie, wie auch in den vergangenen Wochen, hauptsächlich in privaten Haushalten auf das Coronavirus. Hier sind es oftmals ältere Personen, die sich nicht mehr eigenständig zum Hausarzt begeben können. Jeden Morgen teilen sich die Gruppen auf und werden einem Gebiet zugeordnet. Manchmal stehen über 50 Stationen auf dem Plan. „Wichtig ist, dass sich keine größeren Cluster bilden. Wir können das Infektionsgeschehen mit Hilfe der Testungen analysieren und die erforderlichen Maßnahmen (schnellstmöglich) ergreifen“, erklärt Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit. Bevor die Teams in ihre Fahrzeuge steigen und losfahren, besprechen sie den Einsatzplan. „Wir stellen uns dann die Fragen: Wo fangen wir an? Welche Route macht am meisten Sinn?“, so Baumann. Vor Ort ‚verkleiden‘ sich die Teammitglieder: „Wir sehen dann aus wie Schneemänner.“ Die Schutzausrüstung besteht aus einem Schutzoverall, Einsatzstiefeln, Handschuhen, FFP2-Masken und einem Visier. Nach jedem Einsatz wechseln sie die Schutzkleidung und die Handschuhe sogar nach jedem Abstrich.

Unter der Woche rücken die Teams täglich aus, am Wochenende nur bedarfsweise bei größeren Einsätzen, die sie nicht auf Montag verschieben können. „Der Tag ist für uns zu Ende, wenn wir alle Adressen abgefahren haben. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es abends auch mal bis 22 Uhr geht“, erklärt Lenz. Am Ende des Tages muss jedes mobile Team einen Erhebungsbogen ausfüllen und an die Abteilung Gesundheit schicken. Dabei dokumentieren sie die Anzahl der Abstriche, die Daten der getesteten Personen und Auffälligkeiten wie Symptome. Ein Kurierdienst holt die Proben jeden Abend in Schloß Holte-Stukenbrock ab und fährt sie zum Labor Krone nach Bad Salzuflen. Die Proben sind mit Barcodes versehen, die auch an die Getesteten ausgehändigt werden. Mit der Selbstauskunft können sie häufig ihr Ergebnis schon am nächsten Tag abrufen.