Das neue Heimat-Jahrbuch für den Kreis Gütersloh ist erschienen

Von maritimen Traditionen, virtuellen Welten und kleinen Kunstwerken

11.11.2020
Präsentieren die neue Ausgabe des Heimat-Jahrbuches: (v.l.) Landrat Sven-Georg Adenauer, Friedrich Flöttmann (Geschäftsführer Flöttmann-Verlag) und Ralf Othengrafen (Chefredakteur Heimat-Jahrbuch). Foto: Kreis Gütersloh
Präsentieren die neue Ausgabe des Heimat-Jahrbuches: (v.l.) Landrat Sven-Georg Adenauer, Friedrich Flöttmann (Geschäftsführer Flöttmann-Verlag) und Ralf Othengrafen (Chefredakteur Heimat-Jahrbuch). Foto: Kreis Gütersloh

Wieso gab es 1898 die Revolution von Benteler? Warum hat Versmold eine lange maritime Tradition? Wo haben Heimatforscher im Kreis Gütersloh die virtuellen Welten für sich entdeckt?

Was haben Marterpfähle mit dem Schulbau im Amt Verl zu tun? Und warum verlief der Start der Kreisleitstelle in Gütersloh so stürmisch? Die Antworten hierzu und weitere spannende Beiträge finden sich im aktuellen Jahrbuch.

Landrat Sven-Georg Adenauer, Friedrich Flöttmann vom Flöttmann Verlag und Redaktionsleiter Ralf Othengrafen stellten die neueste Ausgabe jetzt im Theater Gütersloh vor. Dass das Jahrbuch trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie erscheinen kann, freute den Landrat ganz besonders. Es gäbe wieder zahlreiche spannende Themen zu entdecken. Friedrich Flöttmann dankte den Autorinnen und Autoren für ihr Engagement. Sie hätten sich auch von den erschwerten Bedingungen nicht abschrecken lassen und wieder eine große Bandbreite an Beiträgen für das Jahrbuch verfasst.

Gleich drei Beiträge etwa widmen sich Notgeldscheinen, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges herausgegeben wurden. Einige dieser Scheine waren kleine Kunstwerke, schließlich wurden sie von Peter August Böckstiegel für Hameln und von Pater Walther Tecklenborg für Rietberg gestaltet. Redaktionsleiter Ralf Othengrafen freute sich besonders, dass das Dortmunder Autorenteam Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker erneut für einen Beitrag gewonnen werden konnte. Sie widmen sich den Malern Georg und Eduard Goldkuhle aus Wiedenbrück. Leider sind viele ihrer Arbeiten zwischen 1950 und 1980 in den Kirchen übermalt worden. Die erhaltenen Werke – unter anderem Wand- und Deckenmalereien im Hamburger Mariendom – machen ihr beeindruckendes künstlerisches Schaffen aber erlebbar.

Der Förderung des Artenreichtums widmen sich zwei Beiträge. 2019 startete das vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Kreis Gütersloh geförderte Projekt „Artenreiche Lebensräume in der VITAL-Region GT8“ unter der Leitung der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld e.V. Die Projektleiterin Claudia Quirini-Jürgens und der Leiter der Umweltabteilung beim Kreis Gütersloh, Wilhelm Gröver, zeigen die verschiedenen Maßnahmen auf, die das Projekt „Artenreiche Lebensräume“ seitdem unterstützt. Zwei Jubiläen und gleichzeitig auch Erfolgsgeschichten bieten zudem Anlass für eine Rückschau. Das Theater Gütersloh feiert seinen 10. und die PAB-Gesamtschule in Borgholzhausen und Werther immerhin ihren 25. Geburtstag.

In die virtuellen Welten der Heimatforschung taucht Andreas Wiedenhaus ein. Vier Beispiele aus dem Kreis Gütersloh zeigen nicht nur die vielfältigen Möglichkeiten, die moderne Computertechnik und World Wide Web heute bieten, sie machen auch deutlich, wie virtuelle Darstellung neue Perspektiven auf reales Geschehen ermöglicht und wie neue Zielgruppen erschlossen werden können. Andreas Wiedenhaus stellt das virtuelle Museum Haller ZeitRäume, das Internet-Projekt „Westfalenhöfe“, eine App für eine digitale Stadtführung durch Rheda-Wiedenbrück und das Geschichtsportal Werther vor.

Info:

Heimat-Jahrbuch für den Kreis Gütersloh, 38. Ausgabe, 240 Seiten, 27 Einzelbeiträge

Preis: 13,50 €, Auflage: 3.000 Ex.

Bezug: Örtlicher Buchhandel, Flöttmann Verlag Gütersloh