Ärzte- und Pflegeversorgung im ländlichen Raum:

Welchen Beitrag kann die Kommune leisten?

05.02.2021, 14:50 Uhr

Der demographische Wandel, sich auflösende familiäre Hilfe-strukturen und eine abnehmende Bereitschaft, sich als Arzt oder Ärztin mit eigener Praxis niederzulassen – all das sind Entwicklungen, die insbesondere Kommunen im ländlichen Raum verstärkt wahrnehmen.

Die Stadt Gütersloh und die Gemeinde Langenberg haben sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen, um das Projekt ‚VITAL.Lokal‘ gemeinsam umzusetzen.

Ziel des mit VITAL.NRW-Mitteln geförderten Projekts ist es, Handlungsempfehlungen und Strategien zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung zu entwickeln. „Der erweiterte Vorstand der LAG GT8 hat Fördermittel für das Projekt ‚VITAL.Lokal‘ bereitgestellt, weil sich die Stadt Gütersloh und die Gemeinde Langenberg einem sehr wichtigen Thema angenommen haben. Von dem Projekt versprechen wir uns innovative Denkanstöße und neue Lösungsansätze, von denen auch die anderen Kommunen nicht nur hier in der VITAL-Region GT8 profitieren können“, so Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, der gleichzeitig auch 1. Vorsitzender der LAG GT8 ist.

Die Projektpartner beschäftigten sich beispielsweise mit der Frage, welche quartiersbezogenen Ansätze dazu beitragen, die wohnortnahe Ärzte- und Pflegeversorgung sicherzustellen. Norbert Morkes, Bürgermeister von Gütersloh: „Über 60 Prozent der Hausärzte in der Stadt sind zwischen 55 und 69 Jahre alt. Wenn die Praxis-Nachfolgen nicht rechtzeitig geklärt sind, könnte die ärztliche Versorgung selbst in der Großstadt Gütersloh Lücken aufweisen. Daher sehen wir die Notwendigkeit, dass wir als Stadt aktiv werden und nach Lösungen mit örtlichen Akteuren suchen.“ Zur Motivation Langenbergs, an dem Projekt teilzunehmen, meint Bürgermeisterin Susanne Mittag: „Eine gute Gesundheitsversorgung ist für unsere Kommune ein absolut wichtiger Standortfaktor. Dazu gehören eine gesicherte ärztliche Versorgung sowie gute und vernetzte Angebote im Bereich der Pflege, des Wohnens und der Prävention.“ Im Focus steht dabei die Antwort auf die Frage: „Was brauchen unsere Bürgerinnen und Bürger, damit sie sich rund um das Thema Gesundheit bei uns in Langenberg gut aufgehoben fühlen?“

Fachlich begleitet wurden die Stadt Gütersloh und die Gemeinde Langenberg vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, vom Bochumer Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung sowie vom Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik. Alle genannten Projektpartner werden nicht nur die Ergebnisse präsentieren, sondern auch für Fragen und Diskussionen bei diesem Online Fachaustausch zur Verfügung stehen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist über die Geschäftsstelle der LAG GT8 erforderlich (Mareike Bußkamp I E-Mail: m.busskamp@gt-acht.de I Fax: 05241 851084). Die Zugangsdaten zur ZOOM-Videokonferenz erhalten die erfolgreich angemeldeten Teilnehmer frühzeitig. Die Veranstaltung richtet sich besonders an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Fachleute der Kreise und Kommunen, Verantwortliche in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger.